Ständig unter Strom

Jeder weiß, wozu eine Autobatterie dient und was passiert, wenn sie schwächelt. Weniger bekannt ist, dass ihre große Schwester, die Industriebatterie, unter anderem in Krankenhäusern, Signalanlagen, Verkehrsmitteln, Atomkraftwerken, Rechenzentren und Speditionen zum Einsatz kommt – und unter Umständen Leben rettet.

Batteriesysteme-LogistikWährend einer OP oder bei Patienten auf der Intensivstation vermögen schon 15 Sekunden über Leben und Tod zu entscheiden. Denn so lange kann es dauern, bis bei einem Elektrizitätsausfall im Krankenhaus die Notstromdieselaggregate anspringen. Zur Überbrückung dienen häufig Batteriesysteme wie die von HOPPECKE: Weisen die elektrischen Leitungen plötzlich keine Spannung mehr auf, springt sofort die permanent zur Verfügung stehende Back-up-Lösung ein. Sie ermöglicht eine quasi unterbrechungsfreie Stromversorgung, sodass der Ausfall nicht spürbar ist und die Funktion lebenserhaltender Apparate nicht beeinträchtigt wird. Denn anders als Aggregate müssen diese Batteriesysteme nicht anlaufen, sondern liefern sofort die notwendige Energie.
Energiegeladene Ambitionen
„Unsere Systeme kommen überall da zum Einsatz, wo es bei einem Stromausfall brenzlig werden kann. Bleibt beispielsweise eine U-Bahn im Tunnel stecken, liefern unsere Akkumulatoren Energie, damit sich die Türen öffnen lassen und die Passagiere aussteigen können. Und den Server einer B2BHandelsplattform, der unglaubliche 3,6 Millionen Transaktionen pro Minute verarbeitet, betreiben wir bei Bedarf mit 60.000 Industriebatterien, damit kein wirtschaftlicher Schaden entsteht“, erklärt Franz J. Ulmschneider, Bereichsleiter Supply Chain Management bei HOPPECKE.

Auch als Nachtspeicher für private Hausdach-Solaranlagen und in vergleichsweise harmlosen Umschlag- oder Lagerhallen kommen die Energiespeicherlösungen des Industriebatterieunternehmens zum Tragen. Dort verringern intelligente Lade- und Wechselstationen die Standzeiten von Flurförderfahrzeugen und erhöhen ihre Effizienz.

Learning by Doing

HOPPECKE und Hartmann International sind seit Februar 2008 ein Team. Damals entschied die in Paderborn ansässige Spedition eine von Franz J. Ulmschneider initiierte Ausschreibung für sich. Gegenstand war die komplette logistische Abwicklung des neuen Batterie-Logistikcenters und der dazu gehörigen Transporte. Selbstkritisch gesteht Ulmschneider ein, dass der Beginn kein Zuckerschlecken war: „Innerhalb von nur zwei Monaten sollte ein Warehouse-Managementsystem installiert werden. Als wäre das nicht schon ehrgeizig genug, hatten wir anfangs nicht alle Prozesse berücksichtigt, die im WMS abgebildet werden mussten. Zudem waren vom alten Dienstleister 7.500 Paletten zu übernehmen, zu identifizieren und einzulagern. Hartmann musste die Mehrarbeit auffangen und über Wochen hinweg an sechs Tagen arbeiten. Da wurde auf beiden Seiten manchmal geflucht. Am Ende hat jedoch alles wie geplant geklappt und die Erfahrung uns zusammengeschweißt.“

Leidenschaft statt Stechuhr

Dass beide Unternehmen nach dieser „Tour de Force“ ein positives Fazit ziehen konnten, ist auch dem Engagement der beiden Hauptverantwortlichen für das Projekt im Hause Hartmann zu verdanken: Kai Reuter, heute Betriebsleiter des HOPPECKE-Logistikcenters, und Speditionsleiter Uwe Lachmann. Akribisch haben sie alle lagerlogistischen Prozesse geprüft, überarbeitet und mit dem SAP-System des Industriebatteriespezialisten verzahnt. Bei der Zeitplanung für die Auftragsbearbeitung „haben wir auch die speziellen Wartungsanforderungen berücksichtigt, da der Umgang mit den gelagerten Akkumulatoren
für ihre Qualität entscheidend ist“, weiß Reuter. Speziell ausgebildete Mitarbeiter überprüfen regelmäßig den Status und laden bei Bedarf nach. Auch alle anderen Tätigkeiten im Logistikcenter, vom Warenein- und -ausgang über das Finishing bis zur Qualitätskontrolle, liegen in Reuters Aufgabenbereich. Ein Handscannersystem, das die 2009 eingeführten Barcodes auf den Paletten und Produkten erfasst, und automatisierte Packlisten aus SAP erleichtern die Arbeit.

Pünktlichkeit ist Trumpf

Den Kunden ist nicht nur wichtig, dass sie genau die Batterie bekommen, die ihren Anforderungen entspricht. Sie wollen sie häufig auch „just in time“ erhalten. Dass HOPPECKE, das europaweit einzige Familienunternehmen in dieser Branche, die termingerechte Zustellung innerhalb von 24 Stunden zusichern beziehungsweise eine uhrzeitgebundene Lieferung und Fixtermine anbieten kann, hat ihm einen Vertrauensbonus und Wettbewerbsvorteil in diesem hart umkämpften Markt verschafft. Und zu dieser Zuverlässigkeit trägt Hartmann tagtäglich bei. Damit alles reibungslos verläuft, optimieren der Logistiker und der
Industriebatteriespezialist ständig ihre Prozesse. Zudem halten sie mindestens zweimal pro Jahr Strategiemeetings ab. So lassen sich auch Vertriebsspitzen wuppen, die teilweise eine Verdoppelung der Mengen darstellen. „Dies erfordert einen hohen Abstimmungsaufwand. Außerdem müssen wir entsprechende Kapazitäten vorhalten. Zur Not fahren wir sogar Zusatzschichten“, erklärt Lachmann.

Darüber hinaus helfen offene Gespräche und proaktives Handeln, zügig Lösungen zu finden. Zum freimütigen Umgang miteinander trug sicher auch das Sommerfest bei, das 2013 zum ersten Mal seit Beginn der Zusammenarbeit stattfand. Dort konnten sich alle HOPPECKE- und Hartmann-Mitarbeiter persönlich kennenlernen.

Auf einem guten Weg

Seit Anfang des Jahres arbeitet Hartmann mit der CargoLine zusammen. Davon erwartet sich Ulmschneider einen noch besseren Service für seine Kunden: „Die Abstimmung mit unseren Monteuren und die Entwicklung eines Bewusstseins, einer gewissen Sensibilität für unsere Produkte, beispielsweise hinsichtlich der handlingintensiven Lithiumbatterien, klappen von Tag zu Tag besser. Auch in Bezug auf zeitkritische Transporte bietet die Stückgutkooperation passende Lösungen.“ Auf eine Back-up-Batterie und ein Überbrückungskabel können die Beteiligten daher ganz entspannt verzichten.

HOPPECKE Batterien

Der in vierter Generation inhabergeführte und zugleich größte Hersteller von Industriebatterien, -systemen und Ladegeräten in Privatbesitz entwickelt seit 1927 Technologien und Dienstleistungen zur Energiespeicherung. Viele dieser Entwicklungen waren und sind für den Markt der Industriebatterien wegweisend. Das umfassende Produktprogramm an Akkumulatoren wird durch modernste Ladetechnologien und Überwachungseinheiten zu Komplettsystemen vervollständigt. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen aus Brilon im Sauerland wiederaufladbare Energiespeicher und marktfähige Zukunftskonzepte. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der globalen Klimaschutzziele. Gut 1.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2013 rund 330 Millionen Euro Umsatz. www.hoppecke.de

Hartmann International

Der Transport- und Logistikdienstleister mit Sitz in Paderborn ist schwerpunktmäßig in den Bereichen Land-, Luft- und Seefracht, Logistik, Zollabwicklung und Umzüge unterwegs. 1856 gegründet und in sechster Generationen in Familienhand, beschäftigt Hartmann heute rund 380 Mitarbeiter an den Standorten in Paderborn und Ibbenbüren. Das Unternehmen verfügt über einen eigenen Fuhrpark und ist nach DIN EN ISO 9001 und 14001 zertifiziert. www.hartmann-international.de