Glatter geht´s nicht

Wie sich ein mittelständisches Unternehmen durch Spezialisierung, Kundenfokussierung und Innovation selbst auf internationalem Parkett behaupten kann, beweist der Additiv-Spezialist Münzing Chemie. In Kontraktlogistik und Transport unterstützt ihn dabei der CargoLine-Partner Fritz GmbH & Co. KG.Mit der Erfindung von Dokumenten-Management-Systemen und E-Books sowie der sprunghaften Verbreitung des Internets und von E-Mails schien Papier in Form von prall gefüllten Aktenordnern, Zeitungen, Büchern oder Briefen ausgedient zu haben. Doch weit gefehlt: Der Papierverbrauch nimmt weiter zu und lag in Deutschland zuletzt bei rund 250 Kilogramm je Einwohner und Jahr. Denn nach wie vor vertrauen viele Menschen Ausgedrucktem eher als einer Datei, möchten sie die Zeitung am Frühstückstisch oder das Buch am Strand nicht missen und ist ein Liebesbrief, womöglich gar handgeschrieben, deutlich persönlicher als eine E-Mail.
Additive von Münzing Chemie
Pioniergeist und Innovationsdrang zeichnen Münzing Chemie seit mehr als 180 Jahren aus. Foto: Münzing Chemie

Creating Additive Value

Dass Schreibgeräte über glatte Papieroberflächen gleiten und Zeitungs-Druckmaschinen bis zu 18.000 Bogen Papier pro Stunde verarbeiten können, ist unter anderem das Verdienst des Heilbronner Unternehmens Münzing Chemie und seiner Produkte, so genannte Additive wie Plastifizierer, Verdicker, Flockungsmittel und Entschäumer. Diese beeinflussen das Verformungs- und Fließverhalten von Materie bei der Metallbearbeitung sowie bei der Herstellung von Papierbeschichtungen, viskosen Stoffen, Produkten der Bauchemie oder Ähnlichem derart, dass beispielsweise keine Luftblasen oder durch sie bedingte Löcher entstehen. Ergebnis ist eine optimierte Produktqualität und -funktionalität, die sich auch im Firmenleitspruch „Creating Additive Value“ ausdrückt.Die Beschreibung der Syntheseprozesse, die das international agierende Unternehmen durchführt, versetzt den Betrachter der Firmenwebsite zurück in den eigenen Chemieunterricht: Mithilfe von Verfahren wie Veresterung, Polymerisation, Polyaddition und -kondensation oder Sulfonierung entwickelt Münzing Chemie maßgeschneiderte Produkte für spezifische Anwendungen. Rund ein Fünftel der Belegschaft – ein für die Branche außergewöhnlich hoher Prozentsatz – arbeitet dazu weltweit im Bereich Entwicklung und Anwendungstechnik.Seiner Zeit vorausPioniergeist und Innovationsdrang zeichneten schon den Firmengründer aus, Friedrich Michael Münzing. Der 1807 geborene Sohn eines Landwirts eignete sich autodidaktisch die Fachkenntnisse zur Herstellung verschiedener Chemikalien an. 1830 produzierte er im Rahmen eines Wettbewerbs erstmals Schwefelsäure synthetisch nach dem Bleikammerverfahren. Mit dem Preisgeld von 5.000 Gulden gründete er noch im selben Jahr die erste württembergische Schwefelsäurefabrik, aus der das Unternehmen Münzing Chemie hervorging.Heute ist das in sechster Generation familiengeführte Unternehmen in mehr als 30 Ländern Europas, Amerikas und Asiens aktiv. Organisches Wachstum steht bei der Expansion im Vordergrund. Ist es strategisch sinnvoll, kauft Münzing allerdings auch Unternehmen zu wie Ultra Additives in Clover, South Carolina, USA im Jahr 2000 oder 2010 L.P. Bader in Rottweil, ein Hersteller von Wachsdispersionen.Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Die auf der Website des Unternehmens transparent dargestellte Strategie umfasst zeitgemäß mehr als die Herstellung qualitativ hochwertiger und innovativer Produkte. Ein ausgeprägter Umweltschutz, gutes Betriebsklima, Investitionen in die Zukunft sowie die kontinuierliche Verbesserung von Produkten und Abläufen tragen ebenfalls dazu bei, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Insbesondere am kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) hat der CargoLine-Partner Fritz GmbH & Co. KG (Heilbronn) einen erheblichen Anteil. Denn Münzing stellt sehr hohe Ansprüche an seine Lieferbereitschaft und -qualität. Deshalb startete das Unternehmen im Rahmen des Total Quality Management (TQM) „Perfect Order“: Am Monatsende werden alle Sendungen, die eine Kundenreklamation auslösen, gemeinsam mit dem Heilbronner Transport- und Logistikunternehmen bewertet. Ist die Fehlerquote größer als 1, geht dies zu Lasten der Spediteursvergütung.
Die Reklamationen finden sich auch als Grundlage in den regelmäßigen KVP-Gesprächen wieder. „Dieser Prozess war anfangs mühselig, doch er hat sich gelohnt. Sowohl Münzing als auch wir konnten sehr effiziente Abläufe etablieren, die sich auch für den Kunden auszahlen“, erklärt Günter Gruber, Geschäftsleitungs-Mitglied der Fritz GmbH & Co. KG. Der Transport- und Logistikdienstleister und seine Mutter, die Fritz Gruppe, arbeiten bereits seit mehr als 20 Jahren für das Chemieunternehmen. Aus der ursprünglich rein praktischen Entscheidung – Münzing und Fritz saßen damals nur wenige Meter voneinander entfernt – entwickelte sich eine sehr umfassende und partnerschaftliche Zusammenarbeit. „Aufgrund ähnlicher Unternehmensstrukturen werden erforderliche Entscheidungen schnell herbeigeführt. Darüber hinaus bestehen kurze Kommunikationswege im Tagesgeschäft sowie bei Servicetätigkeiten wie Frachtenofferten oder Sendungsverfolgung. Diese erledigt Fritz kompetent und kundenorientiert“, lobt Björn Fortvingel, Head of Supply Chain Management bei Münzing.
Transport und Logistik aus einer Hand
Fritz wickelt täglich nationale und europaweite Transporte inklusive Gefahrgut und frostempfindliche Produkte als Stückgut über CargoLine sowie im Teilladungsbereich ab. Auch die Durchführung von Komplettladungen ist keine Seltenheit. Die größte Herausforderung stellt dabei die absolute Einhaltung der Terminvorgaben dar, die die Münzing-Kunden machen.
Neben dem Transport hat das Chemieunternehmen bedeutende Bereiche aus der Kontraktlogistik ausgegliedert. „Wir holen die fertige Ware bei Münzing ab, transportieren diese in unser Lager und behalten sie dort, bis wir den Auftrag zur Kommissionierung und zum Versand erhalten“, erläutert Gruber. „Bei der Auslagerung erstellen wir das entsprechende Versandetikett mit den Verarbeitungshinweisen und dem Produkt-Barcode sowie der global eindeutigen 18-stelligen NVE für den Transport.“
Björn Fortvingel möchte seinen Dienstleister nicht missen: „Qualität, Service und Zuverlässigkeit nehmen einen großen Stellenwert in unserer Firmenphilosophie ein. Da die Spedition Fritz diese Qualitätskriterien uns gegenüber jeden Tag hervorragend und zu fairen Konditionen erfüllt, ist sie ein ausgezeichneter Partner für unser Unternehmen.“
Über Münzing Chemie
Im Jahre 1830 gegründet, ist Münzing Chemie GmbH eines der ältesten Chemieunternehmen Deutschlands, Firmensitz des in sechster Generation familiengeführten Unternehmens, das sich als Spezialist für Entschäumer, rheologische Additive sowie von Netz- und Dispergiermitteln weltweit einen Namen gemacht hat, ist Heilbronn. Entwicklungsteams, anwendungstechnische Labors und Verkaufsniederlassungen befinden sich in über 30 Ländern Europas, Amerikas und Asiens. Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete das Unternehmen mit 100 Mitarbeitern 50 Millionen Euro Umsatz. www.munzing.com
Über Fritz GmbH & Co. KG
Fritz GmbH & Co. KG Spedition GmbH ist Sammelgutspezialist und ein Tochterunternehmen der Fritz Gruppe mit Sitz in Heilbronn. 1938 gegründet, beschäftigt die Gruppe rund 520 Mitarbeiter, die im Jahr 2010 rund 63 Millionen Euro umsetzten. Fritz GmbH & Co. KG ist spezialisiert auf Kontraktlogistik für die Automobil- und Chemiebranche sowie Lebensmittel- und Stückguttransporte. Seit Januar 2011 ist die Spedition Gesellschafter der CargoLine. www.fritz-gruppe.de