Schneller perfekt

Sie fallen kaum auf, und doch würde ohne sie vieles nicht funktionieren: hochwertige Stanz- und Biegeteile für Klimaanlagen, Beleuchtungen, Lambdasonden und vieles mehr. Der Schweizer CargoLine-Partner Interfracht sorgt dafür, dass die Präzisionsteile der Oskar Rüegg AG pünktlich ans Montageband des Kunden geliefert werden.
Zur Erfüllung des Unternehmensmottos „Schneller perfekt“ von Oskar Rüegg spielt Interfracht eine wichtige Rolle. Foto: serggn/iStock

Wenn ein Zulieferer der Automobilindustrie ein Premium-Sicht- oder Funktionsteil für Scheinwerfer benötigt, ist die Oskar Rüegg AG häufig seine erste Wahl. Das in Jona am oberen Zürichsee angesiedelte Unternehmen stellt durch Stanzen und Biegen hochwertige Formteile aus Aluminium, rostbeständigen Stählen und Buntmetallen her – pro Stunde zwischen 3.000 und 60.000 Stück. Zum Beispiel die Rahmen beziehungsweise Gitter für die Voll-LED-Scheinwerfer des neuen Audi A8. Auch in den Zulieferbetrieben der Audio-, Elektronik-, Haustechnik- und Maschinenbauindustrie finden die Produkte der Schweizer Präzisionsteilefirma Verwendung.

Des Weiteren offeriert Oskar Rüegg die Produktion von kompletten Baugruppen sowie profunde Kenntnisse und eine ausgeklügelte Infrastruktur sowohl für die manuelle, halb- und vollautomatische Baugruppen- als auch für die Lohnmontage im Auftragsverhältnis.

Minutiöse Planung

„Das Motto unseres Unternehmens ‚Schneller perfekt‘ bedeutet für uns nicht nur, schneller fertig zu sein, sondern vor allem schneller zu denken, rational zu planen und effizienter zu arbeiten“, erklärt Eduard Häny, CEO und Anteilseigner von Oskar Rüegg. So ist das Unternehmen stolz auf sein wohldurchdachtes Anlaufmanagement, das Kunden neben der bestmöglichen fertigungstechnischen Entwicklung auch eine optimale Prozessauswahl bietet. Dazu werden die Kundenerwartungen an das Produkt und die Voraussetzungen für die Verarbeitung am Band besprochen und mit den Anforderungen von Oskar Rüegg abgeglichen, nach denen das benötigte Bauteil prozesssicher und in Serienproduktion herstellbar sein muss.

Bereits während der Prototypenphase sind neben Ingenieuren und Mechanikern idealerweise auch das Projekt- und Supply Chain Management eingebunden. Sie können die Lieferkette detailliert planen: von der Beschaffung des Rohmaterials, der Auslegung und Besorgung von geeigneten Transportgebinden über die Entfernung des Stanzfettes von den Teilen bis hin zur Auslieferung ans Montageband. Darüber hinaus legen Produzent und Kunde bereits in der Prototypenphase gemeinsam die Basis für den Bau des optimalen Folgeverbund-Werkzeugs fest, das zur Fertigung benötigt wird. „Bereits in diesem Stadium kann das fertigungstechnische Know-how unserer Spezialisten den Kunden zahlreiche Optimierungs- und Kosteneinsparpotenziale aufzeigen“, betont Eduard Häny. Die Auftraggeber wissen dies zu schätzen: „Wenn wir bei der Oskar Rüegg AG ein Werkzeug bestellen, können wir sicher sein, dass wir auf Anhieb richtige Erstmuster bekommen“, so ein Kunde.

Einen Schritt weiter geht das Unternehmen in seinem Werk im bulgarischen Stara Zagora. Dort hilft Oskar Rüegg seinen Auftraggebern ihre Kapazitätsflexibilität zu erhöhen und den Deckungsbeitrag zu steigern. Dies gelingt durch ein professionelles Projektmanagement und modular aufgebaute Dienstleistungen in den Bereichen Beschaffung, Montage, Qualitätssicherung und Logistik. „In Stara Zagora verbinden wir die berühmte Schweizer Arbeitsweise und unser hohes Qualitätsverständnis mit Konditionen, die dem steigenden Kostendruck entgegenkommen, wie er beispielsweise in der Automobilbranche herrscht“, erklärt Häny.

Integriertes Supply Chain Management

Zur noch besseren Umsetzung des Kundennutzens und zur Erhöhung der eigenen Flexibilität führte Oskar Rüegg kürzlich ein integriertes Supply Chain Management ein. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der Logistik zu. Selbst ein Dienstleister, legt das Unternehmen großen Wert darauf, über den Transport hinaus die gesamte Lieferkette zu betrachten und laufend zu optimieren. Vor der Beauftragung des Schweizer CargoLiners Interfracht Anfang 2013 führte der Stanz- und Biegespezialist daher ein umfassendes Benchmarking durch. Das Hauptaugenmerk lag darauf, einen Partner zu finden, der die versprochenen Liefertermine stets einhält und ein hohes Maß an Service bietet. Die inhabergeführte Spedition mit Sitz in Pratteln erfüllte diese Voraussetzungen, und „so wurde aus einem kleinen Testlauf eine starke Partnerschaft“, freut sich Alexandra Deravis, Leiterin Supply Chain Management bei Oskar Rüegg.

Diese Partnerschaft hat seitdem schon die eine oder andere Bewährungsprobe bestanden. So meldete sich einmal ein Auftraggeber von Oskar Rüegg an einem späten Mittwochabend vor einem Feiertag und meinte, am Montag stünden bei ihm die Bänder still, wenn bis dahin nicht bestimmte Teile aus der Schweiz eingetroffen seien. Deravis nahm daraufhin direkt Kontakt mit Interfracht auf, die noch am selben Abend den Transport über den großen Teich organisierten. So erhielt der Kunde am Montagmorgen passgenau die Lieferung. „Dies ist ein konkretes Beispiel dafür, dass wir uns nicht nur für einen Dienstleister entschieden, sondern einen echten Partner gefunden haben, der unsere Probleme ernst nimmt und alles für den gemeinsamen Erfolg möglich macht“, so Deravis.

Gewissenhafte Abwicklung Interfracht ist sich der Anforderungen wohl bewusst: „Viele Kunden von Oskar Rüegg verlangen Just-in-time- oder Kanban-Lieferungen. Das bedeutet für uns absolut pünktliches Arbeiten, sonst gerät andernorts der Produktionsprozess durcheinander“, erklärt Christoph Dietmann, Vice Director des Transport- und Logistikdienstleisters. Hilfestellung leistet Interfracht auch durch die Erstellung der elektronischen Ausfuhrbelege: Da die Schweiz nicht der EU angehört, erfordert dies ein hohes Maß an Wissen und Verantwortung, die Oskar Rüegg – Thema Kernkompetenzen – gerne an Interfracht abgab.
Über den Schweizer Spediteur ist der Spezialist für Metallformteile und Baugruppen an das europaweit tätige Netzwerk der CargoLine angeschlossen, was laut Häny die Transportzeiten klar verkürzt. Ferner ermöglicht es die umfangreiche Transportproduktpalette, jederzeit flexibel auf geänderte Kundenwünsche zu reagieren. Und dank Cepra 3.0, dem Sendungsverfolgungstool der Stückgutkooperation, kann das Unternehmen zudem jederzeit nachvollziehen, wo sich eine Lieferung gerade befindet.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe 

„Interfracht erbringt Leistungen mit einer Flexibilität, die wir bei anderen Dienstleistern oftmals nur durch Expressfahrten erzielen konnten. Zudem ergaben sich durch die Fokussierung aller Transporte auf einen Partner Synergien in unseren internen Prozessen. Durch das Verständnis füreinander – als inhabergeführte Unternehmen begegnet man sich auf Augenhöhe – werden wir zukünftig sicher weitere Kostensenkungen erzielen“, analysiert Deravis die Zusammenarbeit.

Als nächsten Schritt will das Unternehmen mit der Spedition aus Pratteln eine IT-Schnittstelle einrichten, die es Oskar Rüegg ermöglicht, alle notwendigen Daten direkt aus seinem ERP-System zu senden und zu empfangen. Dies wird den Stanz- und Biegespezialisten in die Lage versetzen, seine Lieferzeiten weiter zu optimieren. Interfracht steht dafür bereit.

Oskar Rüegg

Das weltweit tätige, in fünfter Generation inhabergeführte Unternehmen wurde 1891 als mechanische Werkstätte gegründet. Heute fertigt es Großserien hochkomplexer Formteile in Stanz- und Biegetechnik sowie Baugruppen unter anderem für die Bauzulieferer-, Elektronik- und Maschinenbauindustrie. Ein Großteil der Metallformteile geht an sogenannte Tier-1-Zulieferer der Automobilindustrie. Ein weiterer Schwerpunkt ist die maßgeschneiderte Fertigungsverlagerung aus einer Hand. An den Standorten in Jona (Schweiz) und dem bulgarischen Stara Zagora arbeiten insgesamt 210 Mitarbeiter, die 2012 einen Umsatz von 37 Millionen Schweizer Franken erwirtschafteten. www.oskar-ruegg.ch

Interfracht

Die Interfracht Speditions AG bietet ihren Kunden ein umfassendes Netzwerk von täglichen Linienverkehren innerhalb Europas an. Das inhabergeführte Unternehmen ist offizieller CargoLine-Partner in der Schweiz. Im Übersee- und auch im Luftfrachtbereich bietet Interfracht weltweit einen „Door-to-Door“-Service mit optimalem Routing und kürzesten Transitzeiten. In Pratteln und an ihren Standorten in Fernost beschäftigt die Spedition 180 Mitarbeiter. www.interfracht.ch