15 Mann waren jeweils nötig, um jede einzelne dieser flexiblen Bahnen zu bändigen. (Foto: © Iole de Freitas; Foto Julia Zimmermann / documenta GmbH)
Von der Kunst, Kunst zu transportieren
erstellt Oktober 2007
Mehr als 500 Exponate umfasste die Ausstellung documenta 12, die zwischen dem 16. Juni und 23. September in Kassel stattfand. Dass dort eine Installation der brasilianischen Künstlerin Iole de Freitas bestaunt werden konnte, war dem CargoLine-Partner ABX LOGISTICS Kassel zu verdanken.
Ob Collagen, Fotografien, Gemälde, Installationen, Performances, Schönes, Kontroverses, Unterhaltsames, Unverständliches oder nachdenklich Machendes: Alle fünf Jahre zieht es Hunderttausende zur documenta ins nordhessische Kassel, wo sie sich einen Überblick über die vielfältige Kunst der Gegenwart verschaffen. Da wird bewundert und gestaunt, gerätselt und geschimpft – doch ob sich einer der Besucher je die Frage gestellt hat, wie all diese Artefakte nach Kassel gekommen sind?
Im Falle der Polycarbonatplatten, welche die Brasilianerin Iole de Freitas für ihre Installation benötigte, war das gar nicht so einfach: Jede der zwölf Platten war zehn Meter lang, nur einen Zentimeter dünn, extrem empfindlich – und flexibel! Deshalb konnte ABX LOGISTICS in Kassel, die von der documenta-Leitung im März mit dem Transport von Berlin zur Ausstellung beauftragt worden war, die Bahnen nicht einfach auf Paletten stapeln und mit dem Hubwagen auf den LKW laden. Stattdessen musste sie jede Platte einzeln und sorgfältig von Hand auf dem LKW verstauen. Damit die empfindlichen Oberflächen der teils durchsichtigen, teils lichtdurchlässigen Platten die Fahrt heil überlebten, pufferten die ABX-Mitarbeiter alle Bahnen dick mit Decken und arretierten sie vorsichtig mit zahlreichen Spanngurten. Mehr konnten sie nicht tun.
Nervensache
Um überhaupt mit dem LKW vor den Ausstellungsort Museum Fridericianum fahren zu dürfen, war eine Sondergenehmigung nötig, welche die Stadt Kassel jedoch gerne erteilte. Dann wurde es spannend: „Obwohl wir beim Transport allergrößte Sorgfalt walten ließen, waren wir bei der Ankunft vor dem Fridericianum doch ein bisschen nervös, ob alles geklappt hat. Nur eine einzige größere Macke oder ein Riss - und das ganze Objekt hätte womöglich nicht aufgebaut werden können“, erinnert sich Alexandra Ried, Verkaufsleiterin ABX in Kassel. Fünfzehn documenta-Mitarbeiter standen bereit, um die Bahnen in Empfang zu nehmen und genau zu inspizierten – einen Dreivierteltag lang! Am Ende kam die große Erleichterung: Alle Bahnen waren in Ordnung, mit der Installation konnte begonnen werden.
Geheime Mission
Übrigens unterlag der Transport größter Geheimhaltung: Die ABX-Mitarbeiter wussten nicht, für welchen Künstler sie den Transport durchgeführt hatten oder welches Werk daraus entstehen sollte. Sie durften die Bahnen nicht einmal zur Verwendungsstelle in den zweiten Stock bringen, sondern mussten sie vor dem Museum abladen. Die künstlerischen Leiter der Ausstellung gaben ihnen nur den Tipp: „Achten Sie auf die Fassade!“ Im April erhielten Beobachter eine erste Ahnung, denn nun begann man, die Polycarbonatplatten verschieden kräftig gebogen an der Außenseite des Fridericianums anzubringen. Im Juni wurde das Geheimnis dann endlich gelüftet: Entstanden war eine feste Installation, die Fassade und Innenraum optisch verband, räumliche Grenzen aufhob und deren fließende Bahnen an anmutige Tanzbewegungen erinnerten.
Bei ABX denkt man gerne an diesen besonderen Auftrag zurück: „Der Transport war so geheim, dass selbst die meisten documenta-Mitarbeiter nichts Genaues wussten“, schmunzelt Alexandra Ried. „Einer von ihnen fragte mich beim Abladen sogar, ob ich die Künstlerin sei. <
Die documenta, aufgrund ihrer Dauer auch „Museum der 100 Tage“ genannt, ist neben der Biennale die wichtigste Ausstellung über Kunst der Gegenwart. Sie findet seit 1955 alle fünf Jahre in Kassel statt. Initiator war der Kasseler Kunstprofessor und Designer Arnold Bode. Rund 130.000 Besucher zählte die erste documenta, 754.301 waren es zu diesjährigen documenta 12. www.documenta.de
ABX LOGISTICS (Deutschland) GmbH ist mit fünf Niederlassungen Teil des CargoLine-Netzwerks. Am Standort Kassel, der 37 Mitarbeiter zählt, stehen für Kunden wie Hahnemühle FineArt (Dassel), einem Hersteller von hochwertigen Spezialpapieren, und dem Haushaltswaren-Produzenten Paul Koch (Göttingen) 5.400 Quadratmeter Umschlag- und Lagerfläche zur Verfügung. (Stand 10/07)

